Eröffnet wurde die Landesversammlung mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Loth zum Thema „75 Jahre Montanunion. Zu den Anfängen, zur Gegenwart und zur Zukunft der EU“. Gemeinsam mit dem Publikum diskutierte er die historischen Grundlagen der europäischen Einigung sowie aktuelle Fragen zur Zukunft der Europäischen Union. Der Vortrag wurde von der Europa-Union NRW, der Europa-Union Münster und dem Europe Direct Steinfurt veranstaltet.
Einen ausführlichen Nachbericht zum Vortrag und zur anschließenden Diskussion finden Sie hier.
Im Anschluss begann der verbandspolitische Teil der Landesversammlung. Die große Zahl der in Präsenz teilnehmenden Mitglieder und Delegierten sorgte für einen lebendigen Austausch und wurde vom Landesverband mit besonderer Freude aufgenommen.
Ein wichtiger inhaltlicher Schwerpunkt war der Antrag „Europäisches Manifest“, der von der Landesversammlung angenommen wurde. Damit unterstützt die Europa-Union NRW das Europäische Föderale Manifest, das die Union Europäischer Föderalisten im März 2026 in Barcelona beschlossen hatte. Das Manifest formuliert Forderungen für ein demokratisches, handlungsfähiges, nachhaltiges und soziales Europa. Dazu gehören eine Stärkung des Europäischen Parlaments, eine umfassende europäische Friedens- und Sicherheitspolitik sowie eine gemeinsame Industrie-, Forschungs- und Investitionspolitik. Die Europa-Union NRW spricht sich zugleich dafür aus, die darin enthaltenen Vorschläge breit mit europapolitisch Interessierten und in der Öffentlichkeit zu diskutieren.
Intensiv beraten wurde außerdem der vom Kreisverband Aachen eingebrachte Antrag „Stopp der Chatkontrolle und administrative Prävention verdeckter Gesetzgebung“. Im Mittelpunkt der Diskussion standen der Schutz vertraulicher digitaler Kommunikation, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Transparenz europäischer Gesetzgebungsverfahren.
Darüber hinaus standen mehrere Wahlen auf der Tagesordnung. Gewählt wurden die Delegierten und Ersatzdelegierten der Europa-Union NRW für den Bundeskongress sowie für den Bundesausschuss der Europa-Union Deutschland. Zudem bestimmte die Landesversammlung jeweils ein Mitglied und ein stellvertretendes Mitglied für den WDR-Rundfunkrat sowie für die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen.
Die Landesversammlung verband damit den Rückblick auf die historischen Grundlagen der europäischen Einigung mit aktuellen europapolitischen Forderungen und wichtigen verbandlichen Entscheidungen. Der große Zuspruch und die engagierten Diskussionen in Münster machten deutlich, wie wichtig der persönliche Austausch über die Zukunft Europas bleibt.